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domingo, 05 de septiembre de 2010

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12 de julio de 2010
Schröder fordert: Jungen brauchen männliche Vorbilder [DE]

[MensHealth, 12.07.2010]

 


Familienministerin Dr. Kristina Schröder spricht über eine neue Jungenpolitik und die wichtige Rolle des Vaters in der Erziehung

Frau Ministerin, wir finden Sie echt nett.
Das freut mich.


Aber sollte es der Bundesfrauenministerin nicht zu denken geben, wenn Redakteure eines Männermagazins sie mögen?
Weil ich Frauenministerin bin? Die Zeiten, in denen Männer gegen Frauen oder Frauen gegen Männer zum Ziel kommen wollten, sind doch längst vorbei. Ich war immer davon überzeugt, dass beide Geschlechter dann am erfolgreichsten sind, wenn sie jeweils ihre Stärken ausspielen, gemeinsam im Team. Als Ministerin bin ich für Familie, Senioren, Frauen, Jugend zuständig – dem Namen nach also für alle, außer kinderlose Männer im mittleren Alter. Wenn Men’s Health mich trotzdem mag: umso besser.

Wollen Sie die Lücke schließen und Männer irgendwann in Ihren Titel aufnehmen?
Die Männer sind ja zum Glück bereits als Teil der Familie direkt angesprochen – und auch als Senioren und Jugendliche. Es geht mir nicht um die Verpackung, sondern um den Inhalt: Familienpolitik ist nur mit Männern stark. Wir können die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen nie ohne die Männer erreichen. Die Rolle der Väter in den Familien wurde lange Zeit unterschätzt. Gerade weil Männer und Frauen eben doch unterschiedlich sind, spielen Väter eine sehr wichtige Rolle, vor allem aus Sicht der Kinder.

Zum ersten Mal überhaupt wird in einem Koalitionsvertrag Jungenförderung explizit erwähnt. Was verstehen Sie darunter?
Die Zeit ist reif für eine neue Jungenpolitik. In den 1950er- und -60er-Jahren hatte das katholische Arbeitermädchen vom Land die schlechtesten Bildungschancen in Deutschland. Heute haben Mädchen und junge Frauen auf breiter Front aufgeholt. Dafür gelten jetzt oft die Jungen als Sorgenkinder. Sie haben schlechtere Noten, besuchen eher die Hauptschule, bleiben öfter sitzen und brechen häufiger die Schule ab. Inzwischen gehen junge Männer sogar seltener auf die Universität. Wir müssen uns also fragen: Wie können wir Jungen genauso optimal fördern wie Mädchen. Dabei darf es keine Nivellierung nach unten geben. Wenn der Abstand zwischen Jungen und Mädchen schmilzt, weil Mädchen wieder schlechter werden, dann ist das natürlich keine Lösung. Ich will eine Angleichung nach oben.

Spielt das Geschlecht der Lehrer und Erzieher bei der Jungenförderung eine Rolle?
Zum Teil. In den Kindertagesstätten gibt es fast ausschließlich Erzieherinnen, in den Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichten immer noch deutlich mehr Lehrerinnen als Lehrer. Wenn den Jungs zu Hause dann auch noch der Vater fehlt oder er sich kaum an der Erziehung beteiligt, kann es passieren, dass sie weitgehend ohne männliche Vorbilder aufwachsen. Doch gerade realistische männliche Vorbilder können eine Menge bewirken. Deswegen lautet mein Ziel: mehr Männer in die Kitas und Grundschulen.

Wie kann dieses Ziel erreicht werden?
Wir müssen den Erzieherberuf attraktiver gestalten, beispielsweise dadurch, dass wir ihn durch FH-Abschlüsse aufwerten und Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Außerdem will ich zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit nach Möglichkeiten suchen, gezielt Arbeitslose zu Erziehern umzuschulen.
Natürlich muss die Ausbildung fundiert sein, Erzieher ist schließlich ein anspruchsvoller Beruf. Brandenburg hat so etwas Ähnliches vorgemacht, das Projekt geht jetzt schon in die zweite Runde, weil es so gut funktioniert.

Dauert das alles nicht sehr lange?
Natürlich funktioniert so etwas nicht von heute auf morgen. Aber die Frage ist ja nicht nur, was der Staat anbieten kann, sondern wie sich die Bürger selbst einbringen wollen. Deshalb möchte ich das freiwillige Engagement stärken. Da gibt es große Potenziale – etwa den Handwerker im Ruhestand, der einmal die Woche an eine Grundschule geht und dort mit den Kindern zusammen Vogelhäuschen baut. Das ist ganz praktisch, mit wenig Aufwand verbunden – und kann eine ungemeine Wirkung auf die Jungs haben.

Das wäre dann auch eine Maßnahme, die relativ schnell wirken könnte.
Eben! Ich wette, dass es in jeder Stadt und in jedem Landkreis in Deutschland Handwerker gibt, die darauf wirklich Lust haben – und es gibt Schulen, die davon profitieren. Man muss nur beides zusammenbringen.

Und es würde den Haushalt nicht belasten.
Ja, denn der Wille der Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist groß.

Oft versagen Jungs in der Schule auch, weil etwa Diktate über Ponys und Prinzessinnen sie schlicht nicht interessieren. Was muss bei der Unterrichtsgestaltung geschehen?
Die Bildung ist zwar Ländersache, trotzdem möchte ich gemeinsam mit den Kultusministern die Lehrpläne kritisch durchforsten und nach Wegen suchen, die Jungen besser und gezielter zu fördern, ohne natürlich die Mädchen zu vernachlässigen. Dazu gehört zum Beispiel entsprechendes Unterrichtsmaterial. Jungs interessieren sich nun mal eher für mittelalterliche Ritterburgen oder für die Geschichte des Fußballs. Da ist einfach Kreativität gefordert. Es geht mir aber auch um das Bewusstsein der Lehrerinnen und Lehrer. Ich wünsche mir, dass sie öfter sagen: Jetzt machen wir mal etwas, worauf die Jungs Lust haben. Auch ein getrennter Unterricht von Jungen und Mädchen kann in manchen Fächern sinnvoll sein. Dafür sollten wir zumindest aufgeschlossen sein.

Macht ein Vater es sich Ihrer Meinung nach zu leicht, wenn er nur auf Probleme hinweist, die in Kitas und Schulen existieren?
Kitas und Schulen sind wichtige Bausteine in der Entwicklung der Kinder. Wichtiger ist allerdings, was zu Hause passiert. Keine noch so gute Schule, kein noch so ausgefeilter Lehrplan kann einen präsenten, aktiv erziehenden Vater ersetzen. Glücklicherweise hat sich da in den vergangenen Jahren einiges geändert – der Vater, der zu Hause bleibt, gilt nicht mehr als Weichei. Jeder fünfte. Vater nimmt inzwischen Partnermonate, dazu zählen ganz sicher auch viele Men’s-Health-Leser. Ein Faible für Fitness und Vaterfreuden, das schließt sich nicht mehr aus.

Ist also alles in Butter für Väter?
Natürlich nicht. Wer als Mann zum Beispiel sagt: „Können wir diesen Termin nicht auf 17 Uhr erlegen? Um 19 Uhr müssen meine Kinder ins Bett“, der hat es immer noch sehr schwer in seinem Job. Männer müssen dabei viel mehr Mut aufbringen als Frauen. Immer noch. Deswegen: Hut ab vor jedem Mann, der da stark bleibt! Denn er trägt wirklich dazu bei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Frauen zu verbessern. Allerdings nehme ich die Männer in die Pflicht: Sie sind mitverantwortlich, meine Herren!

Nur die Familienväter oder alle Männer?
Es ist natürlich toll, wenn sich auch Kinderlose, Männer wie Frauen, für familienfreundliche Arbeitszeiten einsetzen. Mindestens genauso wichtig ist es, dass Unternehmen sich grundsätzlich von den Präsenzritualen verabschieden. Es kommt schließlich nicht auf die Zeit an, die jemand im Büro sitzt, sondern auf das Ergebnis. Viele können ihre Arbeit zum Teil von zu Hause aus erledigen. Das gilt auch für Kinderlose, und deswegen müssen alle an einem Strang ziehen.

Aber zielt diese Idee nicht auf eine ganz bestimmte Berufsgruppe, auf eine ganz bestimmte Art von Arbeitnehmern ab? Es dürfte relativ schwierig sein, den VW von zu Hause aus zusammenzuschrauben.
Klar, für den Fließbandarbeiter ist Telearbeit nicht möglich. Dafür kann Teilzeit eine gute Lösung sein. Ein großes Potenzial haben 30-Stunden-Jobs. Wir haben in Deutschland noch immer diese Zweiteilung: Entweder Sie arbeiten 20 oder 40 Stunden. Bei 20 landet die Karriere oft auf dem Abstellgleis, auch finanziell wird es schwierig. 40 Stunden sind für die meisten Mütter und Väter mit kleinen Kindern einfach zu viel. 30-Stunden-Jobs würden dagegen allen entgegenkommen – vor allem den Männern. Aus der Sicht des Arbeitgebers erfordert diese Variante zwar etwas mehr Flexibilität, weil er quasi drei Jobs auf vier Leute verteilen muss statt wie bisher einen auf zwei. Aber dafür hält er die guten Mitarbeiter auch 30 Stunden im Unternehmen.

In einem Interview haben Sie mal gesagt, dass die Abwesenheit von Männern in der Erziehung eine „Machokultur“ begünstigt. Wie zeigt sich diese bei jungen Männern?
Es gibt Familien, wo der Vater grundsätzlich sehr dominant ist, sich gleichzeitig jedoch kaum an der Kindererziehung beteiligt. Wenn Jungen aus solchen Familien dann in der Kita oder in der Schule ebenfalls nur auf Frauen treffen, suchen sie ihre Männlichkeitsideale eben woanders. Besonders betroffen davon sind Jugendliche mit Migrationshintergrund, vor allem aus muslimisch geprägten Kulturen, aber auch rechtsextremistisch geprägte Jugendliche. Überproportional viele von ihnen hängen einer Machokultur an, sie verbinden Männlichkeit automatisch mit Gewalt – ein Grundstein für die oft blutigen Auseinandersetzungen unter Jugendlichen.

Was wollen Sie dagegen unternehmen?
Da hilft kein Gesetz, da muss sich etwas in den Köpfen ändern. Das betrifft zum einen die Schulen, zum anderen sehe ich, was die Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund angeht, aber auch die muslimischen Gemeinden in der Pflicht. Denn sie tragen eine Verantwortung dafür, welches Bild von Männlichkeit bei ihnen transportiert wird. Und sie tragen eine klare Verantwortung dafür, jegliche Gewalt zu verurteilen, auch im Falle so genannter Ehrverletzungen.

 

Sie planen neben dem bereits etablierten Girl’s Day, an dem sich Mädchen über technische Berufe informieren können, auch ein Pendant für Jungen. Glauben Sie wirklich, Sie können gewaltbereite Gettokids dazu motivieren, sich an so einem Tag etwa über Pflegeberufe zu informieren?
Weder beim Girl’s Day noch beim Boy’s Day geht’s darum, Kinder umzuerziehen. Männer und Frauen sind unterschiedlich. Wir werden wohl nie 50 Prozent Elektrotechnikerinnen oder 50 Prozent Säuglingspfleger haben. Aber es ist doch so: Wenn Mädchen sich für Elektrotechnik interessieren oder Jungen für den Beruf des Erziehers, dann ist ihr Umfeld meist irritiert. Das muss sich ändern. Girl’s Day und Boy’s Day wollen dafür Optionen eröffnen, Angebote machen. Letztlich muss jeder Junge und jedes Mädchen den Beruf ergreifen können, auf den er oder sie Lust hat – ohne schiefe Blicke zu kassieren.

Ist das die Abkehr vom Gender-Mainstreaming, einem Konzept, das in der Öffentlichkeit eher als das Gleichmachen beider Geschlechter wahrgenommen wurde?
Ich glaube nicht an die alte These Simone de Beauvoirs, dass man nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht wird. Das gilt umgekehrt auch nicht für den Mann. Ich glaube zwar, dass die Gesellschaft den Menschen mitbestimmt, aber ich denke auch, dass es biologische Unterschiede gibt, die über die Geschlechtsorgane hinausgehen. Die etwas mit Fähigkeiten, mit Wesenszügen zu tun haben. Ich sage nicht, dass es keine Frauen gibt, die sensationelle E-Technikerinnen sind. Aber im Schnitt gibt es Unterschiede – weltweit, über Generationen hinweg. Diese Unterschiede lassen sich nicht wegerziehen.

Es gibt nur sehr wenige Top-Managerinnen. Hat das auch mit Wesenszügen zu tun?
Nein. Frauen in Führungspositionen sind immens wichtig – etwa in Aufsichtsräten von Konzernen, an der Spitze von Behörden oder von mittelständischen Betrieben. Gerade weil Frauen anders sind als Männer, können wir auf sie nicht verzichten. Deshalb ist es wichtig, Väter in den Familien für die Erziehung zu gewinnen. Gerade weil sie anders sind. Ich möchte alle männerdominierten Bereiche für mehr Frauen öffnen und umgekehrt – davon profitieren nicht allein die Familien, sondern es nützt der Gesellschaft insgesamt.

Thema Zivildienst: Früher war es unter Zivis ein Witz zu fragen, ob man freiwillig verlängert. Jetzt könnte das tatsächlich möglich werden. Was steckt dahinter?
Die Verkürzung des Dienstes auf sechs Monate stellt die Träger vor eine große Aufgabe. Aus dem Grund begrüßen etwa die Wohlfahrtsverbände unsere Einigung zur freiwilligen Verlängerung. Oft ist es ja wichtig, dass der Zivi einen persönlichen Draht zu den Leuten aufbaut, zum Beispiel in der Arbeit mit Kindern oder alten Menschen. Und das ist auch eine Frage der Zeit. Wir gehen davon aus, dass etwa jeder dritte Zivi freiwillig verlängert, um die biografische Lücke zwischen Zivildienst und Ausbildung zu schließen. Und das werden gerade die besonders Engagierten sein. Die freiwillige Verlängerung rettet den Zivildienst, viele Träger könnten sonst keine Stellen mehr anbieten – und das kann sich niemand ernsthaft wünschen.

Vielleicht wollen es ja aber die Zivis?
Eben nicht! In Umfragen sagt eine beeindruckende Mehrheit der Zivildienstleistenden, der Dienst habe ihre persönliche Entwicklung positiv beeinflusst und neue Perspektiven eröffnet. Wir wollen den Zivildienst zum Lerndienst machen, damit alle davon profitieren. Übrigens: Die wenigen männlichen Erzieher, die in Kitas arbeiten, sind fast immer über den Zivildienst oder Freiwilligendienst gekommen. Die hatten vielleicht am Anfang auch nur wenig für den Beruf übrig. Und plötzlich haben sie festgestellt: Mensch, hier bin ich ja der Star! Und sind geblieben.

In Ihrer Rede zur Gleichstellungspolitik im Bundestag haben Sie von einer Zugfahrt berichtet, bei der Sie zufällig ein Gespräch zwischen einem Mädchen und seiner Mutter – einer Geschäftsfrau mit Notebook – mit angehört haben. Das Mädchen sagte, dass Mamas Zimmer die Küche und Papas Zimmer das Büro sei. Wäre es Ihnen lieber, wenn Papas Zimmer die Küche ist?
Ganz im Gegenteil, ich will überhaupt nichts vorschreiben. Das ist doch gerade der große Fortschritt, den unsere Familienpolitik in den vergangenen Jahren gemacht hat. Wie die Rollenverteilung innerhalb der Familie geregelt ist, das muss jede Familie für sich selbst entscheiden. Das kann und will ich als Bundesfamilienministerin nicht vorschreiben. Mit den Vätermonaten geben wir eine Anregung und setzen einen Anreiz. Aber alles, was darüber hinausgeht, finde ich anmaßend. Welches Zimmer wessen Zimmer ist, das muss jede Familie selbst wissen.

Viele Kritiker sprachen in Bezug auf die Elternzeit ja am Anfang vom „Wickel-Volontariat“. Was hat sich aus Ihrer Sicht durch die Vätermonate verändert?
Inzwischen nehmen mehr als 20 Prozent der Väter Elternzeit. Auch in Bayern, da ist die Quote sogar am höchsten. 20 Prozent – das ist eine kritische Masse, die dafür sorgt, dass sich im Bewusstsein etwas verändert. Väter, die wegen der Kinder eine berufliche Auszeit nehmen, sind keine Exoten mehr. Sie sind auf allen Hierarchiestufen zu finden, im öffentlichen Dienst wie in der Privatwirtschaft, Chefs genauso wie Fließband-Arbeiter. Das ist mehr als nur statistisch bedeutsam – das ist ein Kulturwandel. Es gibt kaum ein anderes politisches Projekt, das in so kurzer Zeit so viel verändert hat.

Es gab ja auch direkt Geld.
Geld ist oft ein Anreiz, aber nicht immer – viel wichtiger ist persönliche Motivation. Ein Freund von mir hat gerade seine Vätermonate genommen. Und der sagte: Der Unterschied ist, dass ich als Vater vorher nur für das Entertainment zuständig war. Aber immer wenn es ernst wurde, wenn die Kleine schlecht geträumt hat, wenn sie hingefallen ist, dann hat sie nach Mama gerufen. Jetzt, nach seinen Vätermonaten, ruft seine Tochter eben auch nach Papa. Und das, sagt er, kann ihm keiner mehr nehmen.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Vätermonate drei und vier noch kommen?
Der Ausbau des Elterngeldes durch weitere Partnermonate und die Einführung eines Teilzeit-Elterngeldes sind Ziele, an denen ich auf jeden Fall festhalten möchte. Das ist gegenwärtig allerdings nicht finanzierbar.

Was verändert sich durch die Vätermonate in den Unternehmen?
Sie verändern die Unternehmenskultur. Das beginnt schon beim Vorstellungsgespräch. Wenn da ein 30-jähriger Bewerber sitzt, muss der Personaler davon ausgehen, dass der Bewerber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit irgendwann mal Vater wird und Elternzeit nimmt. Das, was heute bei vielen jungen Frauen negativ in die Waagschale geworfen wird – die Gefahr, wegen einer Mutterschaft länger auszufallen –, gleicht sich so wieder aus. Wenn aber sowohl der 30-jährige Mann als auch die 30-jährige Frau wegen Elternzeit ausfallen kann, ist das Thema als heimliches Einstellungskriterium irgendwann irrelevant.

Wie finden Ihre männlichen Parteikollegen in der CDU eigentlich Ihre moderne Sichtweise auf Männer, Frauen und Familien?
Die Union lässt jungen Paaren und Familien die Wahlfreiheit, das ist inzwischen Konsens. Es mag immer noch einige geben, die ihr eigenes Familienmodell für allgemein verbindlich erklären wollen. Deshalb ist es sogar ein Vorteil, dass ich noch keine eigenen Kinder habe. Denn ich nehme das mit der Wahlfreiheit wirklich ernst und kämpfe dafür – weil ich selbst die freie Wahl haben möchte.

 

 

 


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